Die Evangelisationswoche

Christliche Gemeinden evangelisieren mit Jörg Swoboda

Seine Predigten haben dieselbe klare Sprache wie seine Lieder. Hier wird lebendig erzählt und plausibel erklärt. Statt harmloser Plaudereien sind klare Positionen angesagt. Zu brennenden Themen unserer Zeit findet der Hörer herausfordernde Stellungnahmen, die wertvolle Impulse für den Gesprächsteil der Veranstaltungen darstellen. Hier kann die Kraft biblischer Texte entdeckt werden, Gewissen zu prägen und Meinungen zu bilden Wie groß die Themenkreise auch sind, alles kreist um die Mitte des christlichen Glaubens: Jesus Christus ist der Heilmacher in einer Welt der Kaputtmacher. Er bringt die beste Nachricht der Welt auf den Punkt: Gott erlöst uns von der verzeifelten Jagd nach Glück, indem er uns damit beschenkt. Das einzige, was wirklich hilft, steht allen offen, und zwar gratis. Wer Gottes Liebe hat, ist Millionär.

Seit vielen Jahren wird J. Swoboda von Ev.-Freikirchlichen Gemeinden, Allianzkreisen oder ev. Kirchen zu missionarischen Vortragswochen eingeladen.
Das Vorbereitungstreffen ein halbes Jahr vorher dient
1. dem gegenseitigen Kennenlernen,
2. der geistlichen Motivation für möglichst viele Mitarbeiter in der Gemeinde,
3. der gemeinsamen Abklärung im Blick auf die Zielsetzung und
4. der organisatorischen Vorbereitung.
5. Durch ein Konzert am Vorabend dieses Treffens treten die Veranstalter meistens mit ihm ein erstes Mal an die Öffentlichkeit.
An den Vormittagen der Woche ein halbes Jahr später geht er oft in Schulen, hält Vorträge und erarbeitet mit Schülern Liedtexte. Bewährt haben sich als Schritte an die Öffentlichkeit auch Autorenlesungen in Bücherläden und beim Frauenfrühstück.

 

Die gemeinsame Abklärung vor Ort im Blick auf die Zielsetzung einer evangelistischen Veranstaltungsreihe

Den Ruf zum Glauben auf den Punkt bringen

Eine Gemeinde hatte mich zu einer missionarischen Woche als Evangelist eingeladen. Um sicher zu sein, dass es zu einer echten Zusammenarbeit kommen würde und ich nicht als missionarisches Feigenblatt missbraucht werde, fragte ich in einem vorbereitenden Gespräch nach dem Grund der Einladung. Ein Mitarbeiter der Gemeinde erklärte mir das so:
„Wir veranstalten neben unseren Gottesdiensten und Bibelstunden auch Konzerte, Ausstellungen und anderes. Außerdem haben wir eine Reihe guter Hauskreise. Natürlich reden wir da auch über Bekehrung. Wir haben den Eindruck, dass viele Freunde unserer Gemeinde alles wissen, um eine Grundsatzentscheidung für Jesus treffen zu können. Aber sie tun es nicht. Vielleicht sind wir nicht deutlich genug. Deshalb brauchen wir jetzt endlich einmal eine Woche, in der der Ruf zum Glauben an Jesus Christus durch einen Evangelisten nachdrücklich auf den Punkt gebracht wird.“
Durch diese wenigen aufschlussreichen Sätze wurde mir klar, wo das Herz der Gemeinde schlägt, und ich sagte sofort zu.
Welche Voraussetzungen für eine evangelistische Woche werden hier erkennbar?

 

Voraussetzungen

Folgende zehn Voraussetzungen für eine evangelistische Woche konnte ich erkennen:
1. In der Gemeinde entfaltet sich ein reges christliches Leben.
2. Sie ist für Freunde attraktiv.
3. Die Notwendigkeit der Bekehrung ist in der Gemeinde ein Thema.
4. Gemeindeglieder mühen sich aus Liebe zu Jesus und zu Verlorenen darum, „Jünger zu machen“.
5. Eine Evangelisationswoche wird als sinnvolle Ergänzung zu anderen missionarischen Bemühungen verstanden.
6. Die Gemeinde ist bereit, mit dem Evangelium an die Öffentlichkeit zu treten.
7. Sie stellt sich hinter die Evangelisten, wenn er die Hörer vor die Glaubensentscheidung stellt.
8. Sie sieht in der Rettung von Verlorenen das oberste Ziel der Evangelisation.
9. Sie hält eine zusammenhängende missionarische Woche für sinnvoll.
10. Sie sucht die Hilfe und Mitarbeit eines erfahrenen Evangelisten.

Es gibt viele bewährte Modelle von Veranstaltungen mit evangelistischer Ausrichtung: Konzerte, Autorenlesungen, Marc-Chagall-Ausstellungen, Sportveranstaltungen mit Interviews christlicher Athleten, Filmabende usw.
Sie haben sich deshalb bewährt, weil sie unterschiedliche Menschengruppen mit einem breiten Spektrum von Interessen ansprechen.
Flexible Gemeinden stimmen den Veranstaltungstyp auf verschiedene Zielgruppen ab.
Auf diese Weise entsteht ein Freundeskreis, der allmählich enger an die Gemeinde und an den Herrn Jesus Christus herangeführt wird.
Unsere Gäste erleben bei vielen Gelegenheiten lebendige Gemeinschaft, hören die Botschaft und werden in den Begegnungen auf ein Leben mit Jesus vorbereitet.

Wir konzentrieren uns im folgenden aber auf den Veranstaltungstyp, der am zielstrebigsten ist und auf den die zehn genannten Kriterien am ehesten zutreffen:
Eine zusammenhängende Reihe von Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt eine evangelistische Wortbotschaft steht.

 

Haupt- und Nebenziele einer Evangelisation

Wir unterscheiden bei Evangelisationen zwischen Haupt- und Nebenzielen. Das Hauptziel ist, durch die Predigt von Jesus, dem Gekreuzigten „Jünger zu machen“. Wir wollen also nicht nur Menschen zur Bekehrung führen, sondern darüber hinaus alles dafür tun, dass sie lebensfähige Glieder einer christlichen Gemeinde werden.
Um dies zu erreichen, wird die Folgearbeit bereits vor einer Evangelisation sorgfältig geplant. Termine für die Treffen des Nachfolgekreises und ein Taufsonntag werden in die Jahresplanung der Gemeinde aufgenommen.

Aber wir verfolgen darüber hinaus auch Nebenziele, und zwar

  • Christen im Glauben und im Dienst für Jesus zu einem Neuanfang zu ermutigen,
  • sie bei Vorbereitung, Durchführung und Nacharbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen zu beteiligen,
  • biblische Lehre in lebendiger Auseinandersetzung mit Irrglaube und Irrlehre klarzustellen,
  • die Gemeinschaft von Christen aus verschiedenen Kirchen zu stärken und
  • durch den Schritt an die Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass der Glaube zwar eine sehr persönliche, aber dennoch keine Privatsache ist.

 

Zwecksatz

Je deutlicher vor einer Woche abgeklärt wird, was sie sein soll und was nicht, desto klarer und eindrücklicher wird die Botschaft sein. Dem vereinbarten Zweck ordnen wir alle Programmteile unter. Die vorrangige Frage ist also nicht, wie abwechslungsreich ein Programm ist, sondern wie eindeutig die einzelnen Teile dem Ziel dienen, Menschen zu Jesus zu führen. Weil überfrachtete Dampfer schwerfällig sind und sogar untergehen können, werden nur solche Beiträge in das Programm der Abende aufgenommen, die dem vereinbarten Zweck dienen. Unsere Gäste sollen sich bei uns zwar wohlfühlen, aber vor allem Jesus finden.
Zurückgestellte gute Ideen können in Veranstaltungen mit anderer Zielsetzung in den restlichen Wochen des Jahres ihren Zweck erfüllen.